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Gleich, nur noch kurz austrinken

Kemmerich, Kramp-Karrenbauer, Klinsmann: Es ist so schwer, zu gehen. Noch komplizierter ist es, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Wir machen uns schon einmal bereit.

Wir lichtscheuen Gestalten aus dem Feuilleton wollten Ihnen perspektivisch mitteilen, dass wir uns aus unseren Geschäftsbereichen Literatur, Film, Musik, Fernsehen und Kuriositäten aus dem Netz zurückziehen werden. Wir haben schon fast alle unsere Schmuckschuber in Kisten geräumt, unseren stets zuvorkommenden Sekretärinnen einen großen Dankesstrauß Petersilie vorbeigebracht, sitzen nun selbstergriffen in unserem Gestühl, das genauso bequem ist, wie es sich unsere Leser hoffentlich vorstellen, und sehen uns um. Eigentlich ist es doch nett in unserem Büro, das übrigens auch genauso aussieht, wie es sich ein Großteil unserer Leserinnen vorstellt, voller Radierungen von Dichtern mit interessanten Perücken, Fotografien von sozialkritisch sehenswerten Bushaltestellen und dem einen oder anderen edlen Tropfen im Rollcontainer, die wir alle hier auch "edle Tropfen" nennen.

Wir haben auch bereits Rundmails für unseren Ausstand geschrieben, mehrfach, die gehen ja immer so schnell unter zwischen den radikal duzenden Presseabteilungsnachfragen ("Huhu, wollte mal nachfragen, ob Du schon Gelegenheit hattest...") und den Kindergeburtsmeldungen mancher Kollegen ("Total erschöpft, aber unendlich glücklich"). Vielleicht sollten wir noch eine Erinnerung schreiben, auf den Ort hinweisen und auf das Datum, aber da sind wir uns noch nicht sicher. Vielleicht in zwei Monaten, vielleicht in zehn, vielleicht übermorgen, ach, sagen wir: Innerhalb dieses Jahres, jedenfalls save the date!